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Wer heute Abend noch auf der Suche nach einer interessanten Ausstellung ist, sollte die Opening Exhibition im nGbK Berlin (neue Gesellschaft für bildende Kunst) “Father Figures are hard to find”, nicht verpassen. Ausgangspunkt des Projektes ist die Annahme, dass sich die wenigsten Menschen ohne Autorität oder Vorbilder ausschließlich aus der eigenen bruchstückhaften Subjektivität entwickeln.

Die Ausstellung zeigt Beiträge von:  Naama Arad, Timothy Archer, Lothar Baumgarten, Lily Benson, Sabeth Buchmann, Sean Crossley, Sergio Cusmir, Rotimi Fani-Kayode, Heike-Karin Föll, Cassandra Guan, Juliana Huxtable, Lukas-Julius Keijser, Susanne Leeb, Aleksandra Mir, Michaela Meise, Konrad Mühe, Mysti, Egle Otto, Antje Prust, Przemek Pyszczek, Aykan Safoǧlu, Ronald M. Schernikau, Ellen Schernikau, Bodo Schlack, Sarah Ancelle Schönfeld und Oskar Curter, Timo Seber, Vanessa Sinclair, Lea St., Danh Vo, Melanie Jame Wolf
Kuratiert von Alicia Agustín, Raoul Klooker, Markues, Tucké Royale, Vince Tillotson

Wo?
nGbk Berlin
Oranienstraße 25
D 10999 Berlin

Wann?
Opening: Heute 19.00 Uhr
Die Ausstellung läuft vom 19.03. – 30.04.2016 (täglich 12 – 19 Uhr, Mittwoch – Freitag 12 – 20 Uhr.)

Glücklicherweise stecken das tradi­tionelle Vate­rbild ebenso wie der patriar­chale Kanon der Kunst­geschichte in einer Krise. Damit das weiter­hin so bleibt, sucht die Ausstellung nach neuen Vater­figuren, queeren Genea­logien und künst­lerischen Aneignungen väter­licher Vorrechte und Über­bleibsel. Die künstler­ischen Arbeiten berühren biolo­gische, entkörper­lichte, kanon­kritische, digi­tale und sexy Seiten von Nachkommen­schaft und ermöglichen eine Neube­schreibung der Vorbilder und auch mensch­licher Körper.

“I will be your father figure I have had enough of crime, I will be the one who loves you, till the end of time.” –

So tröstet uns George Michael seit 1987 und es stellen sich oft schmerz­volle Fragen: Was kann eine Vater­figur sein? Was passiert mit unseren Vätern, dem Vater­unser oder Vater Staat? Welche Figuren der Kunst­geschichte wurden als Mentor_innen unterschätzt, nur weil sie nicht weiß, männlich und/oder hetero­sexuell waren? Wie lösen sich erbau­liche Eigen­schaften einer Vaterfigur vom Körper des biolo­gischen Erzeugers? Und welche entkörper­lichten, digi­talen und stärkenden Genea­logien erwachsen daraus?

Ausgangs­punkt des Projektes ist die Annahme, dass sich die wenigsten Menschen ohne Autori­tät oder Vorbilder aus­schließ­lich aus der eigenen bruch­stück­haften Subjek­tivität entwickeln. Daher verab­schieden sich die Kurator_innen — goodbye Familie als Repro­duktions­verband, goodbye Väter der Moderne, goodbye Vater­schaft nur für hetero­sexuelle Männer. Stattdessen schauen sie von unten herab und von oben herauf und suchen Vater­figuren, die symbolisch und beweglich ihre Wahl­verwand­schaft anbieten.

Die Ausstellung versammelt Kunst­werke, Reliquien des Alltags, potentielle neue Vorbilder, Perfor­mances, Vorträge, Analysen, Salons und Befreiungs­rituale, die sowohl Bedürf­nisse des Bewunderns und Auf­schauenes wagen als auch erlauben diese gänz­lich abzulegen.

Für mehr Informationen zu der Veranstaltung:  www.fatherfiguresarehardtofind.net