Wer sich momentan nicht in New York aufhält, kann sich hier ein paar der Avantgarde Fotographien anschauen, die den sowjetischen Kommunismus verbreiteten:
Die Sowjetunion wurde im Westen oftmals an ein unwirtlicher, seelenloser Ort ohne Recht auf freie Meinungsäußerung oder künstlerische Freiheit gesehen. Diese falsche Vorstellung ist nachvollziehbar angesichts der Tatsache, dass die meisten pop-kulturellen Referenzen an die ehemalige U.d.S.S.R. Darstellungen von kaltherzigen Nichtsnutzen aus der Regierung oder deprimierten Opfern von Hunger beinhalten. Tatsächlich hatten aber Kunstformen wie Tanz, Film, Theater und Fotografie einen großen Anteil an der kulturellen Identität der Sowjets – und nicht immer nur aus politischen Gründen. Nichtsdestotrotz porträtiert die Austellung The Power of Pictures: Early Soviet Photography, Early Soviet Filmim Jewish Museum in New York eine Zeit, in der die Begeisterung für die Revolution noch lebendig war, und Fotografen und Filmemacher ihre Fertigkeiten einsetzten, um ihre Ideen einer Regierungsform voranzutreiben.

Die Ausstellung zeigt „bedeutende sowjetische Avantgarde-Fotografien und -Filme aus der Zeit der Revolution bis in die 1930er-Jahre, die den Einfluss der Kunst auf sozialen Wandel und radikales politisches Engagement verdeutlichen.“ Die frühen Sowjet-Regierungen förderten unkonventionelle und radikale Kunstformen, weil diese in ihren Augen ein Symbol des radikalen politischen Wandels waren. Zu einer Zeit, als die Analphabetenquote 70% betrug, waren Illustrationen und Poster oftmals die einzige effektive Form der Kommunikation mit den Massen. „Lenin erklärte höchstpersönlich, dass die Kamera – genauso wie das Gewehr – eine wichtige Waffen im Klassenkampf war„, so die Presseerklärung des Museums. Erst mit der Machtübernahme von Stalin hielt eine eher konservative Ansicht Einzug. Doch gute Künstler finden immer einen Weg, sich in einem System Freiräume zu schaffen und so verlor die Kunst nicht an Originalität.