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1. Türkei: Trag einen Minirock für Özgecan

Angesichts der wachsenden Zahl brutaler Morde an Frauen in der Türkei haben türkische Männer am Samstag den 19.02.16, in Miniröcken gegen die Gewalt in ihrem Land demonstriert. Der Protestmarsch erinnerte an die Ermordung der Studentin Özgecan Aslan. Sie war in der Woche vor der Aktion im südtürkischen Tarsus nach einem Vergewaltigungsversuch von einem Minibusfahrer getötet worden. Der Fall löste landesweit Entrüstung aus und eine neue Debatte über die Ursachen der weit verbreiteten Gewalt gegen Frauen in der Türkei.Unter dem Hashtag #ozgecanicinminietekgiy haben sich vor einem Jahr Tausende von Menschen einer Kampagne in der Türkei angeschlossen. Als Reaktion auf den brutalen Mord nach einer Vergewaltigung an der 20-jährigen Studentin Özgecan Aslan gingen Männer in Istanbul in Miniröcken auf die Strasse, um auf die prekäre Situation der Frauen in der Türkei aufmerksam zu machen.

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2. Iran: Wir alle sind Majid!

Majid Tavakoli ist ein prominenter Student im Iran, der öffentlich Reden gegen das ehemalige Ahmadinedschad-Regime hielt und mehr Menschenrechte und Gleichheit forderte. Er wurde mehrmals festgenommen. Bei seiner Verhaftung 2009 wurde er von den Behörden in Frauenkleidern fotografiert. Damit wollte man ihn demütigen. Die veröffentlichten Bilder haben aber das Gegenteil bewirkt: Hunderte von iranischen Männern liessen sich daraufhin mit Kopftuch und in Frauenkleidung ablichten und veröffentlichten dies auf Facebook. Mit dieser Aktion haben sie dreierlei zum Ausdruck gebracht: Solidarität mit dem verhafteten Tavakoli, dass das Frausein keine Herabwürdigung ist und dass die Schleierpflicht der Frauen der Vergangenheit angehören sollte.

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Bild: Tavaana  (2013 erhielt Tavakoli den internationalen Friedenspreis für Studenten.)

3.  Afghanistan: Männer in Burkas gehen durch Kabul

Während der Regierungszeit der Taliban in Afghanistan galt für Frauen die Burkapflicht. Das erklärte Ziel der Taliban war es, ein «sicheres Umfeld für die Frau zu schaffen, in dem ihre Keuschheit und Würde wieder unantastbar ist». Die Taliban gewinnen auch heute wieder an Einfluss, ebenso ihr aus der Steinzeit importiertes Frauenbild. Vor einem Jahr marschierte eine Gruppe von afghanischen Menschenrechtlern in der Frauenkluft durch Kabuls Strassen. «Um uns in die Frauen hineinversetzen zu können, müssen wir selbst wie sie herumlaufen», erklärt Aktivist Basir. Die Konfrontation mit Spott und Häme von anderen Männern nahmen sie mutig in Kauf.

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Männer gehen in Kabul in der Burka auf die Strasse. Bild: mohammad ismail/reuters

4. Aufstand der Frauen in der arabischen Welt

Im Zuge des Arabischen Frühlings wurde die Aktionsseite The Uprise of the Women in the Arab World (siehe Titelbild) ins Leben gerufen. Die unverschleierten Haare der Frau im Logo zeigen die Umrisse der arabisch-afrikanischen Länder, in denen Frauen in religiös-patriarchalischen Strukturen immer noch systematisch unterdrückt werden.
Die Aktion gewann innert kürzester Zeit Hunderttausende von Anhängerinnen und Anhängern, Tausende von Bildern mit prägnanten Statements aus verschiedenen Ländern wurden veröffentlicht. Die meisten der Bilder mit eindrücklichen Aussagen stammen von Frauen. Doch auch Männer solidarisierten sich mit der Idee der Gleichberechtigung.

«Ich mache mit beim Aufstand der arabischen Frauen, weil ich mit meinen 16 Jahren gemäss Gesetz der Vormund meiner verwitweten Mutter sein sollte. Steh auf, Mutter! Du bist eigenständig, stark und frei!»

(Abdulkareem aus Saudi-Arabien)

«Ich mache mit beim Aufstand der arabischen Frauen, weil ihr Leben wertvoller ist als die ‹Ehre› der Familie.»

(Erwa aus Palästina)

«Ich mache mit beim Aufstand der arabischen Frauen, weil ich will, dass meine Tochter das Leben führen wird, das sich meine Schwestern und Mutter wünschten, aber nicht führen durften.»

(Badr aus Irak)